Ich finde es immer wieder absolut beeindruckend, was Menschen bereits vor Jahrtausenden so alles über die Inhaltsstoffe von Pfeffer herausgefunden haben – und zwar einfach nur durch geduldiges Ausprobieren und Experimentieren und mit einfachsten technischen Mitteln! Das Erstaunlichste daran: Teilweise wusste man damals sogar um einiges mehr, als was heutige Wissenschaftler erst durch langwierige Tests in High-Tech-Laboren nachweisen können.

Und so ist es auch mit dem Wissen über den schwarzen Pfeffer

Fast unglaublich, was insbesondere die alten Inder über seine heilenden Wirkungen wussten. Bestens Bescheid wussten diese genialen Pflanzentüftler über seine wichtigste – heute eben auch wissenschaftlich nachgewiesene – pharmakologische Eigenschaft. Und zwar die entzündungshemmende, fiebersenkende und immunstärkende Wirkung des Inhaltsstoffes Piperin. Dieser wird inzwischen sogar in einigen Medikamenten verwendet. Zudem wussten sie, dass schwarzer Pfeffer auch wirksam gegen Atemprobleme hilft. Hätten unsere Wissenschaftler doch nur mal in den alten Schriften nachgeschaut! Vielleicht hätten sie ja sogar Hinweise darauf gefunden, dass der Inhaltsstoff Capsaicin auch gegen Heuschnupfen hilft – wie erst vor kurzem herausgefunden wurde.

Alte Rezepturen aus der indischen Pfefferküche

In der traditionellen Ayurveda Medizin wurde schwarzer Pfeffer verwendet, um Husten und Halsschmerzen zu lindern.  Darüber hinaus hilft er auch die  Verdauung zu regulieren. Bekannt war er auch als wirksames Mittel gegen Herzprobleme, Darmkatarrh, Hämorrhoiden, parasitische Würmer – und sogar die Zuckerkrankheit.
Was darüber hinaus über die verschiedenen Pillen und Pasten aus der alten indischen Apotheke zu erfahren ist, ist zwar nicht unbedingt für den Selbsttest geeignet (es sei denn, man möchte zum Beispiel seine Affinität zu Kuh-Urin testen). Doch teilweise sind die Anwendungen und Rezepturen so originell und interessant zu lesen, dass ich hier einige davon aufzählen möchte:

  • Als Heilmittel gegen Verdauungsstörungen und zur Regulierung des Magensäurehaushalts wurde in der traditionellen Unani-Medizin ein Mittel namens „Jawa Rishai Thurush“ hergestellt: eine Mischung aus schwarzem Pfeffer, Ingwer, Salz, Zitronensaft, Minze und der Pflanze Vidanga (Embelia ribes).
  • Eine Mischung aus Sesam-Öl und fein gemahlenem schwarzem Pfeffer wurde als Heilmittel gegen Lähmungen angewendet.
  • Schwarzer Pfeffer in Honig wurde gegen Nachtblindheit verabreicht.
  • Das Öl vom Pfeffer wurde verwendet, um Juckreiz zu lindern.
  • Schwarzer Pfeffer wurde auch gegen Zahnschmerzen eingesetzt: als entzündungshemmende Beigabe zur Zahnpasta.
  • Als Paste wurden die fein gemahlenen Körner auch auf Eitergeschwüre und verschiedene Hauterkrankungen aufgetragen.
  • Bewusstlosen und komatösen Patienten wurde schwarzer Pfeffer über die Atemwege zugeführt.