Was eine gute Pfeffermühle können sollte

Was eine gute Pfeffermühle können sollte.

Was eine gute Pfeffermühle können sollte.

Bei mir ist es damals Liebe auf den ersten Blick gewesen. Sie stand in einem schlichten Holzregal einer kleinen französischen Pfeffermühlen-Manufaktur und sah einfach wunderschön aus. Schlicht und elegant, klein und zierlich – und zugleich bewundernswert robust.

Und der erste Eindruck hat mich nicht getäuscht. Statt nur hübsch auszusehen, was eindeutig zu wenig gewesen wäre, hat sich dieses Kleinod in sämtlichen Kriterien, die eine hochwertige Mühle erfüllen muss, bewährt. Sogar mehr als das: Ihr über eine Kurbel betriebenes Mahlwerk aus Edelstahl ist nicht nur so robust, dass sich sicherlich noch mindestens einer meiner Nachfahren daran erfreuen können wird. Sondern äußerst durchdacht und praktisch ist auch ihr Befüllungsmechanismus: Da er vom Mahlwerk getrennt ist, lässt sich der Mahlgrad nicht nur unterschiedlich fein, sondern tatsächlich aufs Korn genau einstellen. Man kann also immer genau die Menge einfüllen, die man gerade braucht – was wiederum einen schnellen Wechsel der Pfeffersorten ermöglicht.

Der aufmerksame Besucher meiner Website

hat vermutlich gleich erkannt, dass ich von der Mühle rede, die ich hier inzwischen auch verkaufe. Er wird dann auch schon gemerkt haben, dass die Motivation, die mich dazu antreibt, recht weit entfernt davon ist, nur irgendwas zu verkaufen. Schon gar nicht lieblos produzierte Massenware. Nicht beim Pfeffer und nicht bei Pfeffermühlen. Was letztere betrifft, war es übrigens ein Zufall, der mich zu dieser wunderbaren kleinen Manufaktur führte. Die gekonnte Beherrschung der alten Handwerkskunst hat mich dann so begeistert, dass ich beschloss, den Erhalt dieser Tradition unbedingt zu unterstützen.

Ich möchte aber nicht nur meine Begeisterung teilen, sondern auch mein Wissen. Deshalb hier schon mal alle wichtigen Information zu den verschiedenen Pfeffermühlen, und noch ein paar Tipps zu ihrer Benutzung:

Wissenswertes zu den verschiedenen Arten von Pfeffermühlen

Der Mechanismus des Mahlwerks

ist bei allen Pfeffermühlen der Welt derselbe: Er beruht auf einer durch das Gehäuse laufenden Spindel, deren grob gerilltes Ende locker in einen feiner gerillten Ring einläuft. Durch das Rotieren der Spindel werden die Körner zunächst zwischen Spindel und Ring befördert und dann durch ihr gegenläufiges Drehen fein zermahlen. Bei hochwertigen Mühlen kann der Abstand zwischen Spindel und Ring verändert werden, wodurch ein unterschiedlich feines Mahlen möglich ist: von staubfein über grob pulverisiert bis hin zum nur leicht gebrochenen Korn.

Die Mühlen von Peugeot

haben es seit ihrer Erfindung im Jahr 1842 schnell zu Weltruhm gebracht und gelten auch heute noch – teils zu Recht – als der Porsche unter den Pfeffermühlen. Was sie so besonders gut macht, ist ihr spezieller Schleifmechanismus, bei dem durch die unterschiedliche Anzahl von groben und feinen Rillen auf Ring und Spindel ein extrem feines Mahlen möglich ist. Das äußerst robuste stählerne Mahlwerk wird zudem mit korrosionsbeständigem Zink beschichtet, weswegen diese kleinen Meisterwerke so langlebig sind, dass sie zuweilen sogar zu Erbstücken werden.

Mühlen mit Keramik-Mahlwerken

stehen in klarer Konkurrenz zu den Peugeot-Mühlen. Einzigartig an ihrem erst vor circa 20 Jahren in Dänemark entwickelten Mechanismus ist, dass er keine Spindel enthält, sondern nur den Kopf, so dass das gesamte Gehäuse befüllt werden kann. Da Keramik zudem um einiges härter und schärfer ist als Stahl, bewältigt das Mahlwerk auch große Pfefferkörner oder steinharte andere Gewürze – und übrigens auch Salz, da Keramik ja nicht rostet. Keramikmühlen nehmen sich leichter auseinander, was für Reinigung oder Reparatur von großem Vorteil ist. Sollten Sie sich jetzt übrigens sofort so ein Wunderding besorgen wollen, dann ein kleiner Tipp: Bitte das Mahlwerk niemals ohne Befüllung „ausprobieren“! Denn dabei können die schönen weißen Zähne aus dem Mahlwerk herausbrechen.

Mühlen mit Mahlwerken aus Titan

… eine recht neue Entwicklung, könnte Peugeot übrigens durchaus ebenfalls ernsthaft Konkurrenz machen – und zwar nicht nur, was die Feinheit des Mahlens betrifft, sondern auch die Langlebigkeit des Innenlebens. Denn Titan hat im Gegensatz zu Stahl die Eigenschaft, dass es sich bei der Reibung nicht abnutzt, sondern sich im Gegenteil noch schärft.

Ein paar Tipps für Kauf und Benutzung einer guten Pfeffermühle:

  • Gehen Sie nicht nur nach Aussehen und Preis!
    Es ist wie bei einem Auto: Ein zuverlässiges Mahlwerk ist weit wichtiger als ein hübsches Äußeres. Billige Mühlen bewältigen zum Beispiel meist keine großen Körner und geben sowieso sehr schnell ihren Geist auf.
  • Das Mahlwerk sollte aus Edelstahl, Hartstahl oder Keramik sein.
    Bei einer guten Mühle ist das Mahlwerk außerdem verstellbar, so dass Sie je nach Geschmack in verschiedenen Feinheitsgraden mahlen können. Testen Sie außerdem unbedingt, ob das Befüllen gut und einfach funktioniert.
  • Das Mahlen soll Spaß machen, statt in Arbeit auszuarten.
    Die Mühle sollte also ohne Kraftaufwand drehbar und nicht zu schwer sein.
  • Mahlen Sie Pfeffer nie über dem dampfenden Kochtopf!
    Denn dabei bildet sich Kondensat im Mahlwerk und lässt es ruckzuck rosten.
  • Mahlen Sie niemals Salzkörner,denn es zerfrisst das Mahlwerk! Sie wissen ja, warum…